Ausbau Dachgeschoss Bonn Oberkassel

Um- und Ausbau

Der Entwurf für den Ausbau des Dachgeschosses sah den Bau dreier Gauben sowie einer Loggia vor. Der Zugang zu der neu gewonnenen Wohnung sollte durch eine Außentreppe erfolgen. Es handelt sich bei dem Objekt um ein Einfamilienhaus aus dem Jahr 1954. Die angenommenen Belastungen in der alten Statik sahen keinen Ausbau (Einbau leichter Trennwände etc.) vor, da das Dachgeschoss damals nur als Wäscheboden genutzt werden sollte.

Die statischen Reserven in der Decke betrugen 1-2%, was eine neue Belastung durch den Ausbau verhinderte. Um trotzdem den Einbau von Trennwänden sowie von erforderlichen Stützen für die Loggia und die Gauben zu gewährleisten, mussten wir auf zusätzliche Hilfskonstruktionen zurückgreifen.
Eine zusätzliche Decke (z.B. Holzbalkendecke) über der vorhandenen Decke, die die Lasten hätte aufnehmen können, schied aus. Dadurch hätten die genehmigten maximalen Höhen nicht eingehalten werden können. Die hieraus resultierenden Mehrbelastungen für das darunter liegende Mauerwerk wären ebenfalls zu hoch gewesen. Als ein weiteres Problem stellte sich der im ganzen Dachbereich rundlaufende Überzug dar.

Um die zusätzlichen Lasten aus dem Ausbau aufnehmen zu können, sind zwei Stahlträger in die Dachfläche eingezogen worden. Durch die Aufdopplung der Sparren und das Anbringen einer Wärmedämmung erhöhte sich die Belastung der Mittelpfette. Diese wurde daher verstärkt, die daraus resultierenden Auflagerkräfte konnten jedoch nicht mehr durch die vorhanden Holzstützen aufgenommen werden. Die Mittelpfette wurde deshalb ebenfalls an den beiden Stahlträgern aufgehängt. Hierdurch entfielen auch die Zwangspunkte für den Innenausbau durch die Stützen. So hängen an den Stahlträgern die Mittelpfetten, die leichten Trennwände sowie die Teile der Loggia.

Die Auflagerkräfte der Stahlträger konnten durch die Außenwände aufgenommen werden; hierfür mussten nur geringfügige Verstärkungen eingebaut werden. Die Konstruktion der Auflagerpunkte musste die vorhandenen Überzüge überbrücken, um die Horizontalkräfte in die Decke zu leiten.

Fakten

Bauherr:
privat
Architekur:
Becker & Laß-Adelmann